• Der Schnee kam leise über Nacht

    .Wie ein Versprechen, das nicht laut sein will

    Die tantrische Gärtnerin öffnet früh morgens erfreut die Türe… Der Garten liegt unberührt da, zart bepudert, als hätte die Nacht ihm einen Schleier geschenkt. 
    Sie atmet tief ein. Die Kälte küsst Ihre Lungen.

    Barfuss setzt Sie den ersten Schritt ins Weiss…ein kurzes Innehalten…dann dieses feine eisige Brennen. Lebendig… Unverfälscht…es breitet sich aus.
    Der Schnee schmilzt unter Ihren Füssen, vermischt sich mit der Wärme Ihres Körpers. Jeder Schritt wird zu einer bewussten Entscheidung, jede Berührung des Bodens zu einem Dialog zwischen ihr und der Erde. Sie spürt, wie die Kälte Ihre Sinne öffnet, wie sie durch Ihre Fersen aufsteigt, langsam, fordernd, lustvoll klar.

    Sie geht langsam…

    Der Atem wird tiefer, der Körper wach. Unter dem Wollpullover kräuselt sich die Haut, nicht aus Widerstand, sondern aus Hingabe. Die Gärtnerin lächelt. Sie weiss; Auch der Winter berührt tantrisch, wenn man Ihm lauscht.
    Ihre Augen streichen über das GartenLeben, das ruht. In dieser weissen Kälte pulsiert etwas Ursprüngliches in der Natur…in ihr! 
    Erinnern daran, dass Genuss nicht immer warm sein muss, um tief zu gehen.
    Als Sie stehen bleibt, schliesst Sie die Augen. Und für einen kurzen Moment ist alles eins; 

    Ihr Atem, der Garten, die Kälte, das leise Feuer in Ihrem Innern.
    Der Winter hat Sie berührt…